Funktion des Bewerbungsanschreibens
Anschreiben macht Versprechen: Das Anschreiben, der Brief, der einer Bewerbungsmappe beigefügt ist, erfüllt eine zentrale und sehr bedeutende Aufgabe
im gesamten Bewerbungsprozess: Stellen Sie sich einen kleinen Hund vor. Er steht Ihnen gegenüber und Sie
bieten ihm ein kleines Stück Salami an. Was macht der Hund sofort? Na klar - er bittet und bettelt -
er will nur eines, das Stückchen Salami. So ungefähr sollten Sie sich die Funktion eines Bewerbungsanschreibens
vorstellen. Sie vertreilen die Leckereien und der Arbeitgeber tanzt für Sie. Schön, wenn das
wirklich so einfach wäre. Aber Fakt ist: Sie hinterlassen durch Ihr Anschreiben einen nachhaltigen
Eindruck - möglichst positiv - der Sie von anderen Bewerbern unterscheiden soll. Sie servieren
soziale und fachliche Qualitäten, Komptenzen und informieren Ihren potentiellen Arbeitgeber
im Anschreiben, später auch im Vorstellungsgespräch über das Gesamtpaket. Schließlich "kauft" oder
"mietet" der Arbeitgeber nicht nur die fachlichen Kenntnisse sondern auch den "Rest" vom Menschen.
Anschreiben ist Visitenkarte: Sie haben buchstäblich nichts zu verlieren. Sie legen Ihr Anschreiben lose als Extra-Zettel auf die Bewerbungsmappe in den Briefumschlag. Wer das rausholt, sieht sofort mit wem er es zu tun hat. Ihr Foto ist auf Deckblatt oder Lebenslauf zu shen - Ihre Visitenkarte ist das Anschreiben.
Werbung ist alles: Auch beim Anschreiben gilt die AIDA-Formel aus der Werbepsychologie. Sie wollen um alles in der Welt besser sein als alle anderen:
A - Aufmerksamkeit erregen (Attention)
I - Interesse wecken (Interest)
D - Den Wunsch wecken, Sie kennen zu lernen. (Desire).
A - Die Aktion auslösen, Sie zum Vorstellungsgespräch einzuladen. (Action).
Wichtige Merkmale eines Anschreibens: Der Briefkopf soll O.K. sein, d.h. Name, Vorname, Anschrift, E-Mailadresse, Handy- und Festnetznummer sind angegeben. Die Empfängeradresse soll bestenfalls komplett sein, d.h. mit Ansprechpartner. Wurde ein feiner und diplomatischer Einstieg gewählt, der nicht so lange dauert. Mehr als 2-3 Zeilen sind verschenkter Platz. Werden Motivation der Bewerbung ebenso klar wie di fachlichen Kompetenzen? Werden ausgesprägte soziale Kompetenzen angsprochen, ohne zu übertreiben. Kann sich der Bewerber mitteilen wie er sich als Mensch präsentiert? Gelang es dem Bewerber, sich interessant zu machen? Wird der Leser des Anschreibens neugierig auf ihn? Gibt es ein P.S.? Ist der Text lebendig gestaltet und geschrieben (viele Verben, und Adjektive, wenig Substantive).